EU KI-Verordnung für Webdesign- und Marketingagenturen: Kunden compliant machen vor dem 2. August 2026

Agenturen bauen und betreuen oft Dutzende WordPress- und WooCommerce-Websites. Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der EU KI-Verordnung — und viele dieser Kundenseiten nutzen bereits Chatbots, KI-Texte oder KI-Bilder. Das bringt Verantwortung mit sich, eröffnet aber auch eine Chance: KI-Verordnung-Compliance ist eine logische neue Dienstleistung in Ihrem Portfolio.

Für Agenturen in einem Satz: Ihre Kunden sind als Betreiber rechtlich verantwortlich — aber weil Sie deren Websites bauen und betreuen, sind Sie die Ersten, die das Problem erkennen und lösen können: proaktiv, vor der Frist.

Wer ist verantwortlich: die Agentur oder der Kunde?

Nach der EU KI-Verordnung ist der Betreiber (Deployer) eines KI-Systems für die Einhaltung der Transparenzpflichten verantwortlich. In den meisten Fällen ist das der Website-Eigentümer — Ihr Kunde — und nicht die Agentur, die die Website gebaut hat. In der Praxis ist diese Abgrenzung jedoch differenziert: Wenn Sie den Chatbot installieren, Inhalte liefern oder die Site im Tagesgeschäft betreuen, ist es ratsam, Compliance ausdrücklich in Ihren Vereinbarungen zu verankern.

Nehmen Sie KI-Verordnung-Transparenz daher in Ihre Abnahme- und Pflegedokumentation auf, damit klar ist, wer wofür zuständig ist. Das schützt sowohl Ihren Kunden als auch Ihre Agentur.

Was Sie auf einer Kundenwebsite prüfen müssen

Die drei Kernpunkte aus Artikel 50, die bei nahezu jeder Kundenwebsite relevant sind:

Machen Sie eine Dienstleistung daraus: Compliance-as-a-Service

Die Deadline schafft einen natürlichen Anlass, um auf Kunden zuzugehen. Mögliche Pakete:

Für KMU-Kunden ist das genau die Art von Aufgabe, die sie lieber auslagern. Sie positionieren Ihre Agentur als den Partner, der sie durch neue EU-Regelungen lotst.

Mehrere Kundenseiten schnell prüfen

Sie müssen nicht jede Website manuell begutachten. Mit dem kostenlosen Legibright-Checker fügen Sie eine URL ein und sehen in Sekunden den Compliance-Status: Chatbot-Hinweis, KI-Inhalte und Transparenzerklärung. So screenen Sie Ihr gesamtes Kundenportfolio und identifizieren, wo Handlungsbedarf besteht.

Praktische Vorgehensweise für Ihr Portfolio

  1. Inventarisieren: Erstellen Sie eine Liste der Kundenseiten mit Chatbot, KI-Inhalten oder KI-Bildern
  2. Prüfen: Überprüfen Sie jede Website anhand der drei Kernpunkte
  3. Priorisieren: Beginnen Sie mit Seiten, die einen aktiven KI-Chatbot ohne Hinweis haben — das ist der offensichtlichste Mangel
  4. Umsetzen: Hinweise und Transparenzerklärung einbauen
  5. Dokumentieren: Festhalten, was angepasst wurde, damit Sie es gegenüber dem Kunden nachweisen können

Das Timing spielt Ihnen in die Hände

Die meisten Unternehmer kennen die KI-Verordnung noch nicht oder wissen nicht, dass sie auch für ihre Website gilt. Eine Agentur, die das vor dem 2. August 2026 proaktiv angeht, liefert sichtbaren Mehrwert — und hebt sich ab. Ob Sie es als eigenständige Leistung oder als Teil eines Wartungspakets anbieten: Sie werden zur Agentur, die Probleme löst, bevor sie entstehen. Für Kunden mit Onlineshops empfehlen wir zusätzlich unseren Leitfaden zur EU KI-Verordnung für Onlineshops.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für die spezifische Situation Ihrer Kunden konsultieren Sie bitte eine qualifizierte Rechtsanwältin oder einen qualifizierten Rechtsanwalt.